Die Top-5 Nutrazeutika-Trends 2019 – Cannabis ist in


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Cannabis ist in. Es hat einen Trendstatus erreicht, den wenige Inhaltsstoffe je erreicht haben – wenn überhaupt. Während die rechtlichen Aspekte des Cannabis-Konsums den Rahmen dieses Blogs sprengen und sich bis zur Veröffentlichung wahrscheinlich schon wieder geändert haben werden, besteht kein Zweifel, dass sogenannte Nutrazeutika-Unternehmen hinsichtlich dieser Produkte immer wieder die Grenzen verschieben. Das stellt zwar große Gewinne für diese Unternehmen in Aussicht, sorgt aber auch für eine Menge rechtlicher Herausforderungen, die sich je nach Staatsbestimmungen stark unterscheiden können.

Es ist durchaus nicht einfach, sich in der Cannabis-Branche zurechtzufinden, denn dazu gehören Marihuana, Hanf und/oder Cannabidiol (CBD), wobei letzteres sich aus beiden ersteren gewinnen lässt.

In den USA soll der Umsatz mit CBD-Produkten bis 2022 auf über 646 Mio. $ steigen, wobei der Anteil der Naturprodukte und Spezialitäten davon 184,3 Mio. $ einbringt.1 Hanf ist eine fast genauso trendige Zutat, die Nutzungsmöglichkeiten und Bestimmungen dazu sind jedoch ganz anders.

Hanf

1970 wurde Cannabis, also sowohl Hanf als auch Marihuana, in den USA als bundesweit kontrollierte Substanz Schedule I kategorisiert, wodurch der Anbau legal nicht möglich war. Das änderte sich jedoch durch den Hemp Farming Act von 2018. Jetzt ist Hanfanbau legal, was den Weg für die Nutzung in weiteren Produkten frei gemacht hat, darunter Nutrazeutika. Befürworter des Gesetzes argumentieren, dass dies einen Konjunkturaufschwung bedeutet, Arbeitsplätze schafft und den Anbau-Communitys wieder Leben einhaucht. Laut einer Prognose soll die Hanfbranche bis 2022 auf 1,9 Mrd. $ Wert anwachsen, was eine ziemliche Steigerung in Anbetracht der Schätzung über 820 Mio. $ 2017 darstellt.2

 

Das hat aus mehreren Gründen Bedeutung für Nutrazeutika-Unternehmen. Diese trendige Zutat wird bereits in vielen Nahrungsergänzungsmitteln, Functional-Lebensmitteln und -Getränken verwendet. Wenn Nutrazeutika-Unternehmen in den USA angebauten Hanf kaufen können, haben sie mehr Kontrolle über ihre Lieferkette und können Lieferanten leichter qualifizieren. Unternehmen, die noch größer in Hanf einsteigen möchten, können den Rohstoff auch selbst anbauen und so die gesamte Lieferkette kontrollieren.

Cannabidiol (CBD)

Der Inhaltsstoff, der 2019 wirklich durch die Decke gehen soll, ist CBD. Nutrazeutika-Unternehmen sowie Lebensmittel- und Getränkehersteller möchten diese Zutat gern in ihren Produkten verwenden. Das soll große Wirkung auf die Functional-Food-Branche haben, und Nahrungsergänzungsmittelfirmen haben bereits begonnen, ihre Rezepturen um CBD zu erweitern. Die Zahlen sprechen für sich und CBD scheint eine Goldmine zu sein. Doch neben den Vorteilen sollten interessierte Firmen auch die Risiken bedenken.

 

Während Hanf eine passende Zutat für einige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sein mag, ist es CBD zumindest in den USA höchstwahrscheinlich nicht.3 2018 ließ die U.S. Food and Drug Administration (FDA) ein Arzneimittel gegen Anfälle zu, das CBD enthielt und weitere Arzneimittel mit CBD durchlaufen klinische Studien. Da die FDA die Zutat zur Nutzung in einem Arzneimittelprodukt zugelassen hat, erfüllt sie nicht die Vorgaben für ein Nahrungsergänzungsmittel. Und da diese Produkte und die vielen Erkrankungen, gegen die sie wirken sollen, auf der Prioritätenliste der FDA ganz oben stehen, ist die Verwendung von CBD in einem Nahrungsergänzungsmittel ein erhebliches Risiko. Die Behörde gab an, dass mehrere Faktoren bei der Entscheidung berücksichtigt werden, ob eine Durchsetzungsmaßnahme gegen Unternehmen vollstreckt wird, die diese Produkte vermarkten. Allerdings sollten die vielen Warnschreiben zu denken geben, die Unternehmen erhalten haben, welche Supplemente mit CBD verkaufen.

Die Branche hat die FDA bereits aufgefordert, diese Vorgehensweise zu überdenken, sodass CBD legal verwendet werden kann, aber bis jetzt ist noch nichts passiert. Durch die Pensionierung von Commissioner Scott Gottlieb könnten jedwede Maßnahmen weiter verzögert werden, und Gottlieb selbst merkte an, dass der Kongress das Problem möglicherweise schneller lösen könne. Alle neuen Bestimmungen über die FDA können bis zu drei Jahre brauchen, bis sie implementiert sind – und mit dem Führungswechsel dauert es vielleicht sogar noch länger.

Edibles

Unternehmen, die die ganze Pflanze verwenden wollen statt nur eines Extrakts, können in Bundesstaaten Erfolg haben, in denen Cannabis zur privaten Nutzung legalisiert wurde. Die Märkte in diesen Bundesstaaten verzeichnen immer mehr Leckereien mit dem Wirkstoff, die auch als „Edibles“ bezeichnet werden. Neben dem klischeehaften „Brownie“ gibt es bei den Edibles inzwischen auch Getränke, Kekse, Süßigkeiten und sogar Trockenfleisch. Nutrazeutika-Unternehmen, die im Functional-Food-Bereich aktiv sind, können so noch einen Schritt weiter gehen, um von dem beliebten Trend zu profitieren. Die größten Nachteile sind die strengen Bestimmungen und der eingeschränkte Markt. Da Cannabis in den USA immer noch nicht landesweit legalisiert ist, ist der Handel über Bundesstaatsgrenzen hinweg illegal. Bundesstaaten, die es legalisiert haben, haben außerdem strenge Bestimmungen über die erlaubte Menge an CBD und THC im Produkt, die Aussagen auf den Etiketten und die verwendbaren Lebensmittel erlassen. Lebensmittel, die für Kinder interessant sein könnten – Gummibären und Süßigkeiten zum Beispiel – sind in manchen Bundesstaaten komplett verboten.

Aufgrund des eingeschränkten Markts sind viele Kleinunternehmen aus dem Boden geschossen, die sich rein auf Cannabisprodukte spezialisiert haben. Unternehmen in dieser Kategorie stehen einem einzigartigen Problem gegenüber: Sie müssen strenge behördliche und Qualitätsauflagen mit relativ wenigen Ressourcen erfüllen. Viele dieser Kleinunternehmen gedeihen prächtig, weil sie auf automatisierte Softwarelösungen setzen. Ein elektronisches Qualitätsmanagmentsystem (QMS) verschafft einem Cannabis-Unternehmen die ideale Position zur Verwaltung aller Prozesse auf vernetzte und effiziente Weise. Und mit dem richtigen Anbieter muss ein QMS nicht einmal viel kosten. Es handelt sich also um eine Investition, die sich für den Einstieg in diesen mehrere Millionen Dollar schweren Markt durchaus lohnt.


Referenzen

  1. Krawiec, Sebastian. “CBD product sales to reach $646 million by 2022, says Hemp Business Journal.” 10. Oktober 2018. Abgerufen von http://www.nutritionaloutlook.com/trends-business/cbd-product-sales-reach-646-million-2022-says-hemp-business-journal
  2. Hemp Business Journal. “U.S. Hemp-Based Products, Sales, 2012-2022e.” Abgerufen von https://www.hempbizjournal.com/size-of-us-hemp-industry-2017/
  3. U.S. Food and Drug Administration. “FDA and Marijuana: Questions and Answers.” 25. Juni 2018. Abgerufen von https://www.fda.gov/NewsEvents/PublicHealthFocus/ucm421168.htm#states


2017-bl-author-sarah-bealeSarah Beale ist Content Marketing Specialist im MasterControl-Hauptsitz in Salt Lake City, Utah. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Englisch von der Brigham Young University sowie einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaft von der DeVry University.