3 Vorteile für Fertiger durch die Abschaffung von Papier, die sich mit Zahlen belegen lassen


2019-bl-3-benefits-eliminating-paper-page-image

Die Digitalisierung bringt unserem modernen Leben viele Vorteile und Effizienzgewinne – beispielsweise die Möglichkeit, mit einem Tastendruck ein Fahrzeug samt Chauffeur zu bestellen oder Ihren Lieblingsfilm über einen Bildschirm zu streamen, der in Ihre Hosentasche passt – doch die meisten dieser immateriellen Vorteile lassen sich nicht berechnen (sofern die Gesichtserkennungssoftware noch nicht die Grinsbreite auf unseren Gesichtern misst). In der Welt der Fertigung ist eine messbare Kennzahl jedoch das Einzige, das ein wiederholbares Ergebnis garantieren kann.

Fertiger, die ihre manuellen, papierbasierten Prozesse und Management-Methoden für Produktionsprotokolle durch voll digitalisierte Systeme ersetzt haben, konnten drei messbare Vorteile verzeichnen, die großen Einfluss auf Leistungskennzahlen (KPIs) haben.

Nr. 1. Verbesserte Produktionsgenauigkeit

Digitale Systeme bieten Fertigern die Möglichkeiten, die Produktion schon beim ersten Anlauf gelingen zu lassen, indem vermeidbare Fehler beseitigt, Prüfschleifen minimiert und die Ressourcen- und Arbeitsverschwendung bei manueller Dateneingabe reduziert wird.

Wie die meisten Fertiger, die sich beim Management von Produktionsprotokollen auf papierbasierte Systeme verlassen, erkannte Legacy Pharmaceutical Packaging, dass die Ungenauigkeiten bei KPIs wie „Gelingen im ersten Durchlauf“ größtenteils durch ein veraltetes System verursacht wurden. Also suchte der Vertragshersteller für Pharmaverpackungen eine Lösung, die seine Produktionsprotokolle und -prozesse nahtlos mit der Linienleistung, dem Betriebs- und dem Qualitätssicherungspersonal verknüpfen konnte. Nach der Implementierung einer vollständig digitalisierten Lösung für die Produktionsprotokollverwaltungverfügt das Unternehmen nun über die nötigen Werkzeuge, um die Genauigkeit der Produktion zu messen und viele Fehler zu beseitigen, die zuvor die Produktionsleistung beschränkt haben und kostspielige Nacharbeiten nach sich zogen.

„Durch die Verhinderung von Dokumentationsproblemen in Echtzeit zur Minimierung der Fehlerkorrekturen können wir Abweichungen und Nacharbeit verhindern und unsere Compliance-Maßnahmen stärken“, sagt Cory Robinson, Leiter der Qualitätssicherung bei Legacy Pharmaceutical Packaging. Robinson sagte, die Entscheidung des Unternehmens, Fertigungsprozesse zu digitalisieren, hätte die Produktionsgenauigkeit messbar verbessert, indem „die Datenintegrität beim ersten Durchlauf sichergestellt wird. Dadurch hat sich unsere Qualitätsleistung insgesamt verbessert und es gab positive Auswirkungen auf das Kundenerlebnis im gesamten Produktionszyklus.“

Nr. 2. Verbesserte Produktionseffizienz

Papierbasierte Prozesse und Produktionsprotokolle sind nicht nur fehleranfällig, sie nutzen Ressourcen zudem ineffizient, steigern das Risiko von Abweichungen und verzögern mit größerer Wahrscheinlichkeit Produktveröffentlichungen.

Wellington Foods,ein Vertragshersteller für Nahrungsergänzungsmittel, fand sich immer wieder im Teufelskreis, der mit papierbasierten Fertigungsprozessen einhergeht: Kleine Fehler verhärten sich zu Ineffizienzen, die schließlich vermeidbare Kosten immer weiter in die Höhe treiben.

„Wie viele Fertiger hatten wir mit hartnäckigen Fehlern in der Produktionsdokumentation und steigenden Herstellungskosten zu kämpfen“, sagt Robin Joyner, Systemadministrator bei Wellington Foods. Nach der Implementierung einer vollständig digitalen Lösung verzeichnete das Unternehmen jedoch eine merkliche Reduzierung der Fehler und wesentlich weniger Reibereien zwischen Betrieb und Qualitätssicherung. „Wir verzeichneten eine Senkung der Dateneingabefehler um 90 %, wodurch wir die Ausführung von Produktionsprotokollen und Produktveröffentlichungen beschleunigen und unserem Unternehmen zu effizienterem Wachstum verhelfen konnten.“

Bei der digitalen Transformation von Legacy Pharmaceutical Packaging wurden ähnliche Effizienzgewinne errungen. Das Unternehmen hat über 200 Chargenprotokolle, die Qualitätsprüfungsprozesse durchlaufen müssen und Änderungen und Korrekturen, die bisher zwei bis drei Stunden pro Protokoll dauerten, konnten nun dank optimiertem digitalen System auf 10–15 Minuten pro Protokoll reduziert werden.

Nr. 3. Verbesserte Qualität

Die Reduzierung der Anzahl und Schwere von Qualitätsvorfällen hat kritischen Einfluss auf die Optimierung von Fertigungsprozessen. Dennoch verlassen sich viele Hersteller weiterhin auf papierbasierte Systeme, welche die komplexen Auswirkungen von Qualitätsvorfällen noch verstärken.

 

„Wenn Fertiger papierbasierte oder Hybridprozesse einsetzen, bleiben Daten am Papier hängen und es ist viel schwieriger, die Trends zu erkennen“, sagt Matt Lowe, Executive Vice President des Anbieters von cloudbasierter Qualitäts- und Compliance-Software, MasterControl Inc.Unternehmen, die Präventivmaßnahmen für ihre Qualitäts- und Fertigungsumgebungen ergreifen, könnten die Abweichungen, Schwankungen und ähnliche Qualitätsvorfälle immens reduzieren, sagt Lowe. „Isolierte Daten, Papierunterlagen und dezentrale Systeme bieten diesen Unternehmen schnelle Erfolge, um ihren Weg in die Digitalisierung zu starten und so Prozesse zu verbinden und sowohl Qualität als auch Fertigungsexzellenz zu verbessern.“

Das integrierte digitale Produktionsprotokollverwaltungssystem, das Legacy Pharmaceutical Packaging implementiert hat, umfasst eine integrierte Qualitätsvorfallanalyse, die automatisch und risikobasiert das Potenzial einer Abweichung bewertet, sich zu einer vollen Korrektur- und Präventivmaßnahme (CAPA) zu entwickeln. Der Vertragshersteller nutzt diese Funktion, um die Auswirkungen von Abweichungen in seiner Produktionsumgebung drastisch zu reduzieren und erwartet eine Senkung der Abweichungen insgesamt um 21 % im Vergleich zu seiner Qualitätsleistung mit dem fehleranfälligen papierbasierten System.1

Kleine digitale Schritte

Fertiger erkennen schnell die vielen Vorteile der Digitalisierung, doch viele zögern damit, dem Papier den Krieg zu erklären und ihre digitale Weiterentwicklung anzugehen, ohne diese Vorteile selbst erlebt zu haben. Viele sind von der Vorstellung überwältigt, wenn sie an den Umfang ihrer Betriebsabläufe und den Dominoeffekt bei der Umstellung von einem alten System auf eine vollständig digitale Lösung in ihrem Unternehmen denken. Diese Ängste werden noch dadurch bestärkt, dass trotz stetiger Investitionen in innovative Technologien 70 % der komplexen, groß angelegten Transformationsinitiativen ihre gesetzten Ziele nicht erreichen.2  

Zum Glück muss nicht alles auf einmal digitalisiert werden. Mit der Methode der „kleinen Automatisierung“ können Fertiger den digitalen Elefanten im Raum Stück für Stück kleinkriegen und sich auf die schnelle Einführung flexibler und anpassungsfähiger Technologien konzentrieren, um die Lücken ihrer Bestandssysteme zu füllen. Eine digitale Pilotinitiative in einer bestimmten Aufgabe oder Abteilung kann den Interessenvertretern oft in kurzer Zeit den Wert der Digitalisierung aufzeigen. Laut Forschungen von PwC kann die „kleine Automatisierung“ die Produktivität einzelner Prozesse um 80 % (oder bei kontaktlosen Lösungen bis zu 100 %) und die von Funktionen über 20 Prozent steigern.3

Betrachten wir als Beispiel die Systeme, die Medizingeräte-Hersteller benutzen, um Gerätehistorieprotokolle (DHRs) zu verwalten. Ein Hersteller, auf den in einer Studie von McKinsey & Company verwiesen wird, erzielte spektakuläre Ergebnisse, als er sein ineffizientes papierbasiertes DHR-Verwaltungssystem durch ein digitales Fertigungsausführungssystem (MES) ersetzte. Die digitale Lösung verbesserte die Fähigkeit des Unternehmens immens, Probleme zu erkennen und ihnen vorzubeugen, indem sie die Transparenz steigerte und Qualitätsprozesse wie die Grundursachenerkennung beschleunigte. Mit digitaler Kraft konnte der Hersteller Dokumentationsfehler um 100 % reduzieren und hohe Senkungen bei Fertigungsfehlern (65 % reduziert), allgemeinen Beschwerden (58 %) und Produktions-Nonkonformitätsberichten (41 % reduziert erzielen.4

Die Ergebnisse sprechen für sich. Wenn Sie Ihre Papierprozesse abschaffen, retten Sie damit nicht nur ein paar Bäume und viel Platz, sondern erreichen auch messbare Auswirkungen auf Produktions-KPIs.

Erfahren Sie mehr über die transformative Kraft der Digitalisierung im Kurzeinblick „Kampfansage ans Papier: Korrekturmaßnahmenplan für papierloses Arbeitenvon MasterControl.


Referenzen

1. “Entscheidende Kennzahlen für die Fertigungsqualität,” MasterControl Kundenvorstellung.

2. “The „how“ of transformation,” von M. Bucy, A. Finlayson, G. Kelly und C. Moye, McKinsey & Company, Mai 2016.

3. “The New Automation Is Smart, Fast, and Small,” von D. Priest, K. Krishnamurthy und A. Blanter, Strategy+Business, 24. April 2018.

4. “Capturing the value of good quality in medical devices,” von T. Fuhr, E. Makarova, S. Silverman und V. Telpis, McKinsey & Company, Feb 2017.


 

2019-bl-author-james-jardineJames Jardine ist Marketing Content Writer bei MasterControl. Er hat über ein Jahrzehnt lang biowissenschaftliche, technologische und regulatorische Fragen behandelt und hat einen Journalismus-Bachelor-Abschluss der University of Utah.